St. Marien – Die Hauptkirche Suhls zwischen Tradition und neuer Zeit
Die Hauptkirche St. Marien, das bedeutendste sakrale Bauwerk der Stadt, thront seit Jahrhunderten auf dem Kirchberg über dem Marktplatz. Bereits im 14. Jahrhundert wurde an dieser Stelle eine Kirche errichtet. Der heutige Bau stammt in großen Teilen aus der Zeit nach dem verheerenden Stadtbrand von 1753. Der Wiederaufbau erfolgte 1761 bis 1763 im spätbarocken Stil, wobei auch Reste älterer Bausubstanz integriert wurden.
Als evangelische Kirche blieb sie auch während der DDR-Zeit ein aktiver Ort des Glaubens – in einem Staat, der sich offiziell atheistisch verstand. Gerade in der späten DDR-Zeit wurde die Hauptkirche für viele Menschen zum Rückzugs- und Begegnungsort. Während der repressiven Jahre des SED-Regimes bewahrte sie einen geschützten Raum für Gespräche, Musik und Besinnung. In der Wendezeit 1989/90 war sie – wie viele Kirchen im Osten – ein Ort stillen Protests und leiser Hoffnung. Hier versammelten sich Menschen zu Friedensgebeten, diskutierten über Reformen und formulierten ihre Sehnsucht nach Freiheit und Veränderung.